Anne de Marcken: "Es währt für immer und dann ist es vorbei"
Es ist wirklich schwer, dieses Buch zu beschreiben, ohne zu viel zu verraten. Dabei erfährt man erstaunlich wenig - nicht mal den Namen der Hauptprotagonistin. Das liegt daran, dass sie ihn selbst nicht kennt. Sie ist wohl gestorben, aber sie weiß nicht wann oder wieso. Sie weiß auch nicht mehr was für ein Mensch sie war, als sie noch lebendig war.
Sie „lebt“ mit anderen Untoten in einem Hotel und jeder Tag ist irgendwie gleich. Bis eines Tages das Hotel nieder brennt. Obdachlos und alleine macht sie sich auf den Weg Richtung Meer. Sie hat eine vage Erinnerung daran, dass sie dort schon einmal war. Sie erinnert sich, dort mit jemandem gewesen zu sein und daran, dass sie dort glücklich war. Also folgt sie ihrer Erinnerung und ihrer Sehnsucht und macht sich auf eine Reise ins Ungewisse.
Manchmal skurril und ein bisschen befremdlich, stellt dieses Buch mehr Fragen, als es beantwortet. Es regt an, sich selbst zu reflektieren und das Leben aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Es geht um Ding wie Identität, Menschlichkeit und Liebe, die sogar den Tod überdauert.
Das Wort „Zombie“ im Zusammenhang mit diesem Buch zu verwenden, fühlt sich für mich nicht richtig an, auch wenn es vermutlich zutrifft. Meine Assoziation zu Zombies ist definitiv eine andere. In diesem Buch gibt es keine Horror-Elemente nur die berührende und einfühlsame Geschichte einer namenlosen Frau auf der Suche nach einem Sinn und ihrem Frieden.
